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  • Nora

Ein paar Fragen an die Nominierten des Selfpublishing-Preises 2020 (Longlist)


Wow, ich bin begeistert!


Acht von zehn Nominierten auf der Longlist für den Selfpublishing-Preis 2020 in der Kategorie "Kinder- und Jugendbücher" haben sich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zu ihren Titeln, ihren Erfahrungen und zum Self-Publishing zu beantworten! Vielen Dank dafür!



Ganz nach dem Motto "Learn from the Best", habe ich den Nominierten aus dem Bereich Kinder- und Jugendbuch ein paar Fragen gestellt:


  1. Was hat dich zu dieser Geschichte inspiriert?

  2. Wieso hast du den Titel im Self-Publishing herausgebracht?

  3. Wie hast du ihn veröffentlicht?

  4. Was waren die drei größten Herausforderungen bei diesem Projekt?

  5. Was magst du am Self-Publishing am meisten?


Unten findest du nacheinander ihre Antworten (nach Buchtitel gereiht). Ich muss ehrlich sagen, dass ich total happy bin, dass ich auf die Idee gekommen bin, diese Fragen zu stellen, denn sie zeigen auf, wie divers die Geschichten hinter den Büchern sind – nicht nur im Inhalt, sondern auch in der Entstehung. Einige der Nominierten sind Neulinge, andere schon Profis. Und die Herausforderungen bei der Realisierung des eigenen Buchtraumes sind vielfältig.


Ein spannende Lektüre für jeden, der überlegt, selbst ein Buch herauszubringen.



Anmerkung, falls du eines der Bücher beziehen möchtest: Einige der Bücher gibt es übrigens auch im Autorenwelt-Shop, dort erhalten die Autoren noch Extra-Tantiemen: shop.autorenwelt.de/


Hier nun die Beiträge der Autoren:


Das Buch, das dich findet (von Siegfried Langer)


Inhalt:

"Hallo Merelie, danke, dass du mir gestern zugehört hast. Das hat mir einen richtigen Powerschub gegeben. Nun bin ich gerade auf einen seltsamen Roman gestoßen: 'Das Buch, das dich findet'. Der Anfang verwirrt mich sehr und macht mir Angst. Ich muss unbedingt mit dir darüber reden. Wir treffen uns dann morgen wie verabredet, ja?"

Alinas seltsame WhatsApp-Nachricht ist ihr letztes Lebenszeichen - jetzt ist sie spurlos verschwunden.



Siegfrieds Antworten zu meinen Fragen:

  1. Meine Leser haben mir oft geschrieben, dass sie in meine Bücher regelrecht eintauchen. Da habe ich mir die Frage gestellt, was wohl passieren würde, wenn jemand, der ein Buch liest, tatsächlich darin eintauchen und verschwinden würde. Diesen Gedanken habe ich dann weitergesponnen.

  2. Weil mir meine vergangenen Romane bewiesen haben, dass 'der Markt' (also die Leserinnen und Leser) einen Roman besser einschätzen können als die Gatekeeper (also die Agenturen und Verlage).

  3. E-Book und Taschenbuch bei Amazon-KDP, Hardcover bei BoD; abgesehen vom Cover habe ich alles alleine gemacht.

  4. Die größte Herausforderung bei jedem Roman ist für mich das Sitzfleisch und die Selbstmotivation. Da kann mir leider niemand helfen.

  5. Dass ich über Vertriebskanäle und Marketingmaßnahmen selbst entscheiden kann.

Bezugsquellen:

eBook und Taschenbuch über Amazon, das Hardcover überall im Buchhandel (z.B. bei Thalia).



Elise erkundet das Meer (von Franziska Frey)


Inhalt:

Elise ist das erste Mal am Meer. Nie hätte sie gedacht, dass es so groß ist. Während Elise gedankenverloren am Strand sitzt, platscht es neben ihr und eine Schildkröte namens Honu, taucht aus den Wellen auf. Die beiden schließen schnell Freundschaft und Honu bietet Elise an, ihr das Meer zu zeigen. Begeistert macht sich das ungewöhnliche Paar auf den Weg, das Meer zu erkunden. Dabei treffen sie auf verschiedenste Meeresbewohner, wie zum Beispiel Delfine, Haie, Wale, Seepferdchen und viele mehr.



Franziskas Antworten zu meinen Fragen:

  1. Meine Kinder sind wahrscheinlich meine größte Inspiration. Immer wieder stellen sie Fragen und entdecken so die Welt. Warum ist das Meer blau? Warum atmen wir? Warum, warum, warum … Eine Sachgeschichte zu schreiben steht daher schon lange auf meiner Ideenliste, aber erst nach einem Urlaub am Meer war das Thema klar. Das Meer ist einfach so eine fantastische andere Welt, dass die Kinder und ich gleich Feuer und Flamme waren.

  2. Beim Selfpublishing kann ich alles selbst entscheiden. Angefangen bei der Geschichte bis hin zum endgültigen Buchdesign, alles liegt in meiner Hand. Außerdem bestimme ich selbst wann mein Buch erscheint und wie ich es vermarkte. Das ist sehr befreiend ...

  3. Ich bringe meine Bücher mit Nova MD heraus. Nach der Organisation des Drucks werden die Bücher direkt zu Nova MD geliefert und übernimmt dann den gesamten Vertrieb. Das gibt mir die Möglichkeit, mich auf mein nächstes Buchprojekt zu konzentrieren.

  4. 1) Das Material einzugrenzen. Es gibt so viele Meeresbewohner und so viele unglaubliche Dinge, die erzählt werden müssten, doch leider war der Platz im Elise-Buch begrenzt. Auszuwählen, was ins Buch darf und was nicht, ist mir sehr schwergefallen. 2) Die Elise ist mein erstes Buch, dass ich fast ausschließlich mit dem iPad gezeichnet habe. Das hat einiges durcheinander und manchmal war ich nah dran, wieder umzusteigen. 3) Loszulassen. Es gibt immer etwas, das ich noch optimieren möchte. Hier noch ein Fisch mehr oder doch den Hintergrund ein wenig softer? Ich bin eine kleine Perfektionistin und meist muss ich mich dazu zwingen, ein Projekt endgültig abzuschließen.

  5. Die Freiheit! Ich kann so kreativ sein, wie ich will, ohne auf irgendwelche Vorgaben Rücksicht nehmen zu müssen.

Bezugsquellen:

Überall im Buchhandel.

Mehr Infos auf Franziskas Website: www.farbfux.de



Himmeldonnerglöckchen (von Jasmin Zipperling)


Inhalt:

Als angehende Osterhäsin soll Hopsi still sitzen, die Löffel spitzen und aufpassen. Aber Hopsi schmatzt, wenn sie aufgeregt ist, und schlägt viel lieber Purzelbäume.

Aus Versehen landet sie mit dem frechen Wichtel Michi in der Weihnachtswerkstatt. Das ist ein zauberhafter Ort, an dem man den Christbaumschmuck in der Luft fangen muss, Nüsse auf einer Wippe hackt und wo man jede Menge Spaß haben kann.

Schnell fragt sich Hopsi: Himmeldonnerglöckchen! Was spricht dagegen, keine Oster- sondern eine Weihnachtshäsin zu sein?



Jasmins Antworten zu meinen Fragen:

  1. So ganz genau kann ich es nicht mehr sagen. Die Idee zu "Himmeldonnerglöckchen" und auch zu "Zickiger Zuckerguss" hatte ich, als ich 16 Jahre alt war. Also vor fast zwanzig Jahren. Es wundert mich aber gar nicht, dass mein erstes Buch ein Weihnachtsbuch geworden ist. Ich habe Weihnachten schon immer geliebt. Ich liebe Weihnachtsfilme, Weihnachtsmusik - ja, ich gehöre zu diesen schrecklichen Menschen, die jedes Jahr aus vollem Herzen und Halse "Last Christmas" von Wham! singen. In meinen Büchern zeige ich die Weihnachtswerkstatt, so wie ich sie sehe. Ein freundlicher und kreativer Ort, wo Arbeit Spaß macht und sich alle gut verstehen - egal, welche Hautfarbe man hat.

  2. Dem Selfpublishing war ich schon immer zugetan, allerdings war ich vor ein paar Jahren noch der Meinung, dass Kinderbücher im Selfpublishing überhaupt nicht funktionieren. Sie ohne den stationären Buchhandel zu vermarkten ist unheimlich schwer. In "Himmeldonnerglöckchen" und "Zickiger Zuckerguss" geht es um die kleine Häsin Hopsi. Sie landet aus Versehen mit dem Weihnachtswichtel Michi in der Weihnachtswerkstatt und merkt dort, dass sie lieber eine Weihnachts- als eine Osterhäsin werden möchte. Das war der Grund, warum meine Agentin das Projekt abgelehnt hat, denn Weihnachten und Ostern mischt man nicht in einem Buch. Ich war ihr wegen der Entscheidung nie böse, denn ich konnte die Argumentation nachvollziehen: Eine Buchhändlerin muss wissen, ob sie ein Buch im Frühling auf einen mit Küken und Hasen dekorierten Tisch stellt - oder eben in der Vorweihnachtszeit mit lauter Schneeflöckchen. Für mich war damit klar, dass das Cover so richtig eindeutig nach Weihnachten aussehen muss, damit dieser Drops schon mal gelutscht ist. Aber erst einmal bin ich ja davon ausgegangen, dass Kinderbücher im Selfpublishing nicht funktionieren. Meine Manuskripte ruhten in der Schublade. Auf der Frankfurter Buchmesse 2018 haute mir Thorsten Simon, der Pressesprecher von Books on Demand dann diesen schrecklichen Satz um die Ohren: "Pippi würde sich trauen!" Baaaaah, wie ätzend! Denn er hatte ja vollkommen recht: Pippi Langstrumpf hätte keine Angst, ihre Herzensprojekte zu veröffentlichen. Sie würde es einfach tun. Ich habe also beschlossen, dass ich Zippi Langstrumpf bin und es jetzt einfach tue. Mittlerweile weiß ich: Ein Buch zu veröffentlichen, erreicht Stellen, da kommt Schokolade gar nicht hin!

  3. Ich habe sowohl "Himmeldonnerglöckchen" als auch "Zickiger Zuckerguss" mit Hilfe von Books on Demand veröffentlicht und noch keine Sekunde davon bereut. Ich fühle mich da sehr gut aufgehoben. Der Kundenservice ist exzellent und der Weg in den stationären Buchhandel ist mit BoD nicht ganz so schwer. Ich bin absolut begeistert.

  4. 1) Meine Angst, nicht gut genug zu sein. 2) Ich hätte früher an ein Sensitivity Reading denken müssen, dann wäre es nicht so stressig geworden, als ich es doch noch in den Zeitplan gequetscht habe. Es war aber definitiv die richtige Entscheidung! 3) Tja, mir fallen tatsächlich nur diese zwei Dinge ein. Ich hatte Hilfe von Kolleg*innen, vom BoD-Team, meinem Autorenwelt- Team und meiner Familie. Ich habe mit tollen Leuten zusammengearbeitet, die wissen, was sie tun und mir viel beigebracht haben. Ich denke, ich war ganz gut vorbereitet.

  5. Das ist leicht: Die Energie. Selfpublisher*innen sind Menschen, die anpacken. Die machen es einfach. Sie sind motiviert und fleißig. Nach einem Treffen mit meinen Kolleg*innen habe ich das Gefühl, dass ich mit meinen Worten die Welt erobern könnte.

Bezugsquellen:

Im Buchhandel!

Online über den Autorenwelt-Shop (Paperback oder Hardcover).



Lichtherz – Die Energiewandler-Chroniken Band 1 (von Evelyne Aschwanden)


Inhalt:

Eines weiß die sechzehnjährige Yukiko ganz genau: Das Übernatürliche existiert nicht. Zu blöd, dass ihr bester Freund Toby felsenfest vom Gegenteil überzeugt ist. Als Yukiko sich von ihm auf eine Suche nach angeblichen Spuren des Übernatürlichen mitziehen lässt, wird ihre Welt völlig auf den Kopf gestellt – und zwar in Form eines exzentrischen, aber charmanten Jungen namens Bonnie, der von sich selbst behauptet, das mächtigste Wesen auf diesem Planeten zu sein.



Evelynes Antworten zu meinen Fragen:

  1. Ich bin ein riesiger Fan der Fernsehserie Supernatural. In einer Folge geht es um zwei Möchtegern-Geisterjäger, welche auf der Suche nach Spuren des Übernatürlichen sind. Das hat mich sofort dazu inspiriert, eine Figur zu erschaffen, die genauso besessen ist vom Übernatürlichen. So wurde Toby, der beste Freund meiner Hauptfigur Yukiko, geboren, und von da an hat sich die Geschichte zu dem entwickelt, was sie heute ist.

  2. Ich veröffentliche seit 2017 selbstständig meine Bücher im Selfpublishing und liebe die Freiheit, die es mir gibt. Daher war für mich von Anfang an klar, dass ich auch "Lichtherz" im SP herausgeben würde. Tatsächlich kommt die Zusammenarbeit mit einem Verlag für mich gar nicht infrage. Ich finde es extrem bereichernd und spannend, meine Bücher vom ersten Entwurf bis hin zur Veröffentlichung begleiten zu können. Ich probiere unglaublich gerne Neues aus und investiere auch mal ein paar Tage und Wochen, mir etwas selbstständig beizubringen. Zudem liebe es, mich ums Marketing zu kümmern und mir zu überlegen, wie ich meinem Buch den bestmöglichen Start in die hart umkämpfte Buchwelt ermöglichen kann.

  3. Meine e-Books veröffentliche ich jeweils über das Kindle Direct Publishing (KDP)-Programm von Amazon. Für die Taschenbücher arbeite ich jetzt schon seit ein paar Jahren mit epubli zusammen. Epubli kümmert sich um den Druck und sorgt dafür, dass die Bücher im gesamten Buchhandel erhältlich sind. Darüber hinaus arbeite ich mit einem befreundeten Lektor zusammen, der meine Bücher lektoriert, sowie mit einer professionellen Coverdesignerin.

  4. Die erste Herausforderung war die Tatsache, dass das Buch in einer Zeit entstanden ist, als ein sehr schwerer Schicksalsschlag meine Familie erschütterte. Es war nicht immer leicht, sich aufs Schreiben zu konzentrieren. Manchmal habe ich wochenlang nicht am Projekt gearbeitet. Dazu kommt, dass Lichtherz anfangs einen eher harzigen Start hatte. Nach dem Erfolg der EPIC-Trilogie hatte ich natürlich hohe Erwartung für meine neue Buchreihe. Allerdings griffen meine Marketingmassnahmen dieses Mal nicht ganz so gut, was mich für einen kurzen Moment an meinem Weg zweifeln ließ. Die Nominierung hat diese Zweifel jedoch endgültig weggeblasen :) Ansonsten hätte ich mir eigentlich nirgendwo mehr Unterstützung gewünscht, außer vielleicht beim Buchsatz. Aber das liegt einfach daran, dass ich den überhaupt nicht gerne mache ...

  5. Die Freiheit. Ich finde es total spannend, mich nicht nur mit dem Schreiben, sondern auch mit Buchmarketing, Zielgruppen, Algorithmen... etc. befassen zu können. Ich bin quasi mein eigener Ein-Frau-Betrieb! Das ist nicht immer einfach, aber ich liebe die Herausforderungen, die das SP für mich bereithält. Und wenn ich es am Ende des Tages geschafft habe, dass eins meiner Bücher einen erfolgreichen Start hingelegt habe, dann kann ich unglaublich stolz auf mich sein. Denn das habe ich mir alles selber erarbeitet.

Bezugsquellen:

Auf Amazon und im Buchhandel erhältlich.



Milou: Die Suche nach dem Ende der Welt (von Kathrin Wandres)


Inhalt:

»Wenn du Mut hast, dann folge mir. Auf der Suche nach dem Ende der Welt.«

Nur diese Worte und eine blaue Rose hinterlässt die kleine Milou ihrem Bruder Jake, bevor sie spurlos verschwindet. Und das lediglich wenige Monate, nachdem die Eltern der beiden bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen sind. Jake bricht zu einer sonderbaren Reise auf - durch alte Brunnenschächte in fremde Welten, dem Weg der blauen Rose folgend, im unbedingten Willen seine Schwester wiederzufinden. Dabei merkt er bald, dass es nicht Milous Suche ist, sondern seine eigene.



Kathrins Antworten zu meinen Fragen:

  1. Eines Tages hatte ich einfach den Titel im Kopf: "Die Suche nach dem Ende der Welt". Der Gedanke daran hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe sofort gewusst, dass es um ein kleines Mädchen geht, dass das Ende der Welt sucht. Und ich wusste sofort, dass es ein tiefgründiges Buch wird und dass die Geschichte an sich nur den Rahmen bildet, um ernstere Themen anzusprechen und für mich wichtige Wahrheiten zu vermitteln.

  2. Milou ist ein ganz spezielles Buch und lässt sich schwer in Kategorien einordnen. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und ich wollte es genau so haben. Auch inhaltlich lässt es sich schwer nur einem Genre zuweisen. Das alles brachte mich zu dem Schluss, dass es im SP am besten aufgehoben wäre.

  3. Zunächst sind bei KDP Ebook und Taschenbuch erschienen und zusätzlich habe ich bei BoD das Hardcover zu Milou herausgebracht.

  4. Die größte Herausforderung war tatsächlich, es überhaupt fertig zu schreiben. Nicht weil mir die Idee