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  • Nora

Ein paar Fragen an die Nominierten des Selfpublishing-Preises 2020 (Longlist)


Wow, ich bin begeistert!


Acht von zehn Nominierten auf der Longlist für den Selfpublishing-Preis 2020 in der Kategorie "Kinder- und Jugendbücher" haben sich bereit erklärt, mir ein paar Fragen zu ihren Titeln, ihren Erfahrungen und zum Self-Publishing zu beantworten! Vielen Dank dafür!



Ganz nach dem Motto "Learn from the Best", habe ich den Nominierten aus dem Bereich Kinder- und Jugendbuch ein paar Fragen gestellt:


  1. Was hat dich zu dieser Geschichte inspiriert?

  2. Wieso hast du den Titel im Self-Publishing herausgebracht?

  3. Wie hast du ihn veröffentlicht?

  4. Was waren die drei größten Herausforderungen bei diesem Projekt?

  5. Was magst du am Self-Publishing am meisten?


Unten findest du nacheinander ihre Antworten (nach Buchtitel gereiht). Ich muss ehrlich sagen, dass ich total happy bin, dass ich auf die Idee gekommen bin, diese Fragen zu stellen, denn sie zeigen auf, wie divers die Geschichten hinter den Büchern sind – nicht nur im Inhalt, sondern auch in der Entstehung. Einige der Nominierten sind Neulinge, andere schon Profis. Und die Herausforderungen bei der Realisierung des eigenen Buchtraumes sind vielfältig.


Ein spannende Lektüre für jeden, der überlegt, selbst ein Buch herauszubringen.



Anmerkung, falls du eines der Bücher beziehen möchtest: Einige der Bücher gibt es übrigens auch im Autorenwelt-Shop, dort erhalten die Autoren noch Extra-Tantiemen: shop.autorenwelt.de/


Hier nun die Beiträge der Autoren:


Das Buch, das dich findet (von Siegfried Langer)


Inhalt:

"Hallo Merelie, danke, dass du mir gestern zugehört hast. Das hat mir einen richtigen Powerschub gegeben. Nun bin ich gerade auf einen seltsamen Roman gestoßen: 'Das Buch, das dich findet'. Der Anfang verwirrt mich sehr und macht mir Angst. Ich muss unbedingt mit dir darüber reden. Wir treffen uns dann morgen wie verabredet, ja?"

Alinas seltsame WhatsApp-Nachricht ist ihr letztes Lebenszeichen - jetzt ist sie spurlos verschwunden.



Siegfrieds Antworten zu meinen Fragen:

  1. Meine Leser haben mir oft geschrieben, dass sie in meine Bücher regelrecht eintauchen. Da habe ich mir die Frage gestellt, was wohl passieren würde, wenn jemand, der ein Buch liest, tatsächlich darin eintauchen und verschwinden würde. Diesen Gedanken habe ich dann weitergesponnen.

  2. Weil mir meine vergangenen Romane bewiesen haben, dass 'der Markt' (also die Leserinnen und Leser) einen Roman besser einschätzen können als die Gatekeeper (also die Agenturen und Verlage).

  3. E-Book und Taschenbuch bei Amazon-KDP, Hardcover bei BoD; abgesehen vom Cover habe ich alles alleine gemacht.

  4. Die größte Herausforderung bei jedem Roman ist für mich das Sitzfleisch und die Selbstmotivation. Da kann mir leider niemand helfen.

  5. Dass ich über Vertriebskanäle und Marketingmaßnahmen selbst entscheiden kann.

Bezugsquellen:

eBook und Taschenbuch über Amazon, das Hardcover überall im Buchhandel (z.B. bei Thalia).



Elise erkundet das Meer (von Franziska Frey)


Inhalt:

Elise ist das erste Mal am Meer. Nie hätte sie gedacht, dass es so groß ist. Während Elise gedankenverloren am Strand sitzt, platscht es neben ihr und eine Schildkröte namens Honu, taucht aus den Wellen auf. Die beiden schließen schnell Freundschaft und Honu bietet Elise an, ihr das Meer zu zeigen. Begeistert macht sich das ungewöhnliche Paar auf den Weg, das Meer zu erkunden. Dabei treffen sie auf verschiedenste Meeresbewohner, wie zum Beispiel Delfine, Haie, Wale, Seepferdchen und viele mehr.



Franziskas Antworten zu meinen Fragen:

  1. Meine Kinder sind wahrscheinlich meine größte Inspiration. Immer wieder stellen sie Fragen und entdecken so die Welt. Warum ist das Meer blau? Warum atmen wir? Warum, warum, warum … Eine Sachgeschichte zu schreiben steht daher schon lange auf meiner Ideenliste, aber erst nach einem Urlaub am Meer war das Thema klar. Das Meer ist einfach so eine fantastische andere Welt, dass die Kinder und ich gleich Feuer und Flamme waren.

  2. Beim Selfpublishing kann ich alles selbst entscheiden. Angefangen bei der Geschichte bis hin zum endgültigen Buchdesign, alles liegt in meiner Hand. Außerdem bestimme ich selbst wann mein Buch erscheint und wie ich es vermarkte. Das ist sehr befreiend ...

  3. Ich bringe meine Bücher mit Nova MD heraus. Nach der Organisation des Drucks werden die Bücher direkt zu Nova MD geliefert und übernimmt dann den gesamten Vertrieb. Das gibt mir die Möglichkeit, mich auf mein nächstes Buchprojekt zu konzentrieren.

  4. 1) Das Material einzugrenzen. Es gibt so viele Meeresbewohner und so viele unglaubliche Dinge, die erzählt werden müssten, doch leider war der Platz im Elise-Buch begrenzt. Auszuwählen, was ins Buch darf und was nicht, ist mir sehr schwergefallen. 2) Die Elise ist mein erstes Buch, dass ich fast ausschließlich mit dem iPad gezeichnet habe. Das hat einiges durcheinander und manchmal war ich nah dran, wieder umzusteigen. 3) Loszulassen. Es gibt immer etwas, das ich noch optimieren möchte. Hier noch ein Fisch mehr oder doch den Hintergrund ein wenig softer? Ich bin eine kleine Perfektionistin und meist muss ich mich dazu zwingen, ein Projekt endgültig abzuschließen.

  5. Die Freiheit! Ich kann so kreativ sein, wie ich will, ohne auf irgendwelche Vorgaben Rücksicht nehmen zu müssen.

Bezugsquellen:

Überall im Buchhandel.

Mehr Infos auf Franziskas Website: www.farbfux.de



Himmeldonnerglöckchen (von Jasmin Zipperling)


Inhalt:

Als angehende Osterhäsin soll Hopsi still sitzen, die Löffel spitzen und aufpassen. Aber Hopsi schmatzt, wenn sie aufgeregt ist, und schlägt viel lieber Purzelbäume.

Aus Versehen landet sie mit dem frechen Wichtel Michi in der Weihnachtswerkstatt. Das ist ein zauberhafter Ort, an dem man den Christbaumschmuck in der Luft fangen muss, Nüsse auf einer Wippe hackt und wo man jede Menge Spaß haben kann.

Schnell fragt sich Hopsi: Himmeldonnerglöckchen! Was spricht dagegen, keine Oster- sondern eine Weihnachtshäsin zu sein?



Jasmins Antworten zu meinen Fragen:

  1. So ganz genau kann ich es nicht mehr sagen. Die Idee zu "Himmeldonnerglöckchen" und auch zu "Zickiger Zuckerguss" hatte ich, als ich 16 Jahre alt war. Also vor fast zwanzig Jahren. Es wundert mich aber gar nicht, dass mein erstes Buch ein Weihnachtsbuch geworden ist. Ich habe Weihnachten schon immer geliebt. Ich liebe Weihnachtsfilme, Weihnachtsmusik - ja, ich gehöre zu diesen schrecklichen Menschen, die jedes Jahr aus vollem Herzen und Halse "Last Christmas" von Wham! singen. In meinen Büchern zeige ich die Weihnachtswerkstatt, so wie ich sie sehe. Ein freundlicher und kreativer Ort, wo Arbeit Spaß macht und sich alle gut verstehen - egal, welche Hautfarbe man hat.

  2. Dem Selfpublishing war ich schon immer zugetan, allerdings war ich vor ein paar Jahren noch der Meinung, dass Kinderbücher im Selfpublishing überhaupt nicht funktionieren. Sie ohne den stationären Buchhandel zu vermarkten ist unheimlich schwer. In "Himmeldonnerglöckchen" und "Zickiger Zuckerguss" geht es um die kleine Häsin Hopsi. Sie landet aus Versehen mit dem Weihnachtswichtel Michi in der Weihnachtswerkstatt und merkt dort, dass sie lieber eine Weihnachts- als eine Osterhäsin werden möchte. Das war der Grund, warum meine Agentin das Projekt abgelehnt hat, denn Weihnachten und Ostern mischt man nicht in einem Buch. Ich war ihr wegen der Entscheidung nie böse, denn ich konnte die Argumentation nachvollziehen: Eine Buchhändlerin muss wissen, ob sie ein Buch im Frühling auf einen mit Küken und Hasen dekorierten Tisch stellt - oder eben in der Vorweihnachtszeit mit lauter Schneeflöckchen. Für mich war damit klar, dass das Cover so richtig eindeutig nach Weihnachten aussehen muss, damit dieser Drops schon mal gelutscht ist. Aber erst einmal bin ich ja davon ausgegangen, dass Kinderbücher im Selfpublishing nicht funktionieren. Meine Manuskripte ruhten in der Schublade. Auf der Frankfurter Buchmesse 2018 haute mir Thorsten Simon, der Pressesprecher von Books on Demand dann diesen schrecklichen Satz um die Ohren: "Pippi würde sich trauen!" Baaaaah, wie ätzend! Denn er hatte ja vollkommen recht: Pippi Langstrumpf hätte keine Angst, ihre Herzensprojekte zu veröffentlichen. Sie würde es einfach tun. Ich habe also beschlossen, dass ich Zippi Langstrumpf bin und es jetzt einfach tue. Mittlerweile weiß ich: Ein Buch zu veröffentlichen, erreicht Stellen, da kommt Schokolade gar nicht hin!

  3. Ich habe sowohl "Himmeldonnerglöckchen" als auch "Zickiger Zuckerguss" mit Hilfe von Books on Demand veröffentlicht und noch keine Sekunde davon bereut. Ich fühle mich da sehr gut aufgehoben. Der Kundenservice ist exzellent und der Weg in den stationären Buchhandel ist mit BoD nicht ganz so schwer. Ich bin absolut begeistert.

  4. 1) Meine Angst, nicht gut genug zu sein. 2) Ich hätte früher an ein Sensitivity Reading denken müssen, dann wäre es nicht so stressig geworden, als ich es doch noch in den Zeitplan gequetscht habe. Es war aber definitiv die richtige Entscheidung! 3) Tja, mir fallen tatsächlich nur diese zwei Dinge ein. Ich hatte Hilfe von Kolleg*innen, vom BoD-Team, meinem Autorenwelt- Team und meiner Familie. Ich habe mit tollen Leuten zusammengearbeitet, die wissen, was sie tun und mir viel beigebracht haben. Ich denke, ich war ganz gut vorbereitet.

  5. Das ist leicht: Die Energie. Selfpublisher*innen sind Menschen, die anpacken. Die machen es einfach. Sie sind motiviert und fleißig. Nach einem Treffen mit meinen Kolleg*innen habe ich das Gefühl, dass ich mit meinen Worten die Welt erobern könnte.

Bezugsquellen:

Im Buchhandel!

Online über den Autorenwelt-Shop (Paperback oder Hardcover).



Lichtherz – Die Energiewandler-Chroniken Band 1 (von Evelyne Aschwanden)


Inhalt:

Eines weiß die sechzehnjährige Yukiko ganz genau: Das Übernatürliche existiert nicht. Zu blöd, dass ihr bester Freund Toby felsenfest vom Gegenteil überzeugt ist. Als Yukiko sich von ihm auf eine Suche nach angeblichen Spuren des Übernatürlichen mitziehen lässt, wird ihre Welt völlig auf den Kopf gestellt – und zwar in Form eines exzentrischen, aber charmanten Jungen namens Bonnie, der von sich selbst behauptet, das mächtigste Wesen auf diesem Planeten zu sein.



Evelynes Antworten zu meinen Fragen:

  1. Ich bin ein riesiger Fan der Fernsehserie Supernatural. In einer Folge geht es um zwei Möchtegern-Geisterjäger, welche auf der Suche nach Spuren des Übernatürlichen sind. Das hat mich sofort dazu inspiriert, eine Figur zu erschaffen, die genauso besessen ist vom Übernatürlichen. So wurde Toby, der beste Freund meiner Hauptfigur Yukiko, geboren, und von da an hat sich die Geschichte zu dem entwickelt, was sie heute ist.

  2. Ich veröffentliche seit 2017 selbstständig meine Bücher im Selfpublishing und liebe die Freiheit, die es mir gibt. Daher war für mich von Anfang an klar, dass ich auch "Lichtherz" im SP herausgeben würde. Tatsächlich kommt die Zusammenarbeit mit einem Verlag für mich gar nicht infrage. Ich finde es extrem bereichernd und spannend, meine Bücher vom ersten Entwurf bis hin zur Veröffentlichung begleiten zu können. Ich probiere unglaublich gerne Neues aus und investiere auch mal ein paar Tage und Wochen, mir etwas selbstständig beizubringen. Zudem liebe es, mich ums Marketing zu kümmern und mir zu überlegen, wie ich meinem Buch den bestmöglichen Start in die hart umkämpfte Buchwelt ermöglichen kann.

  3. Meine e-Books veröffentliche ich jeweils über das Kindle Direct Publishing (KDP)-Programm von Amazon. Für die Taschenbücher arbeite ich jetzt schon seit ein paar Jahren mit epubli zusammen. Epubli kümmert sich um den Druck und sorgt dafür, dass die Bücher im gesamten Buchhandel erhältlich sind. Darüber hinaus arbeite ich mit einem befreundeten Lektor zusammen, der meine Bücher lektoriert, sowie mit einer professionellen Coverdesignerin.

  4. Die erste Herausforderung war die Tatsache, dass das Buch in einer Zeit entstanden ist, als ein sehr schwerer Schicksalsschlag meine Familie erschütterte. Es war nicht immer leicht, sich aufs Schreiben zu konzentrieren. Manchmal habe ich wochenlang nicht am Projekt gearbeitet. Dazu kommt, dass Lichtherz anfangs einen eher harzigen Start hatte. Nach dem Erfolg der EPIC-Trilogie hatte ich natürlich hohe Erwartung für meine neue Buchreihe. Allerdings griffen meine Marketingmassnahmen dieses Mal nicht ganz so gut, was mich für einen kurzen Moment an meinem Weg zweifeln ließ. Die Nominierung hat diese Zweifel jedoch endgültig weggeblasen :) Ansonsten hätte ich mir eigentlich nirgendwo mehr Unterstützung gewünscht, außer vielleicht beim Buchsatz. Aber das liegt einfach daran, dass ich den überhaupt nicht gerne mache ...

  5. Die Freiheit. Ich finde es total spannend, mich nicht nur mit dem Schreiben, sondern auch mit Buchmarketing, Zielgruppen, Algorithmen... etc. befassen zu können. Ich bin quasi mein eigener Ein-Frau-Betrieb! Das ist nicht immer einfach, aber ich liebe die Herausforderungen, die das SP für mich bereithält. Und wenn ich es am Ende des Tages geschafft habe, dass eins meiner Bücher einen erfolgreichen Start hingelegt habe, dann kann ich unglaublich stolz auf mich sein. Denn das habe ich mir alles selber erarbeitet.

Bezugsquellen:

Auf Amazon und im Buchhandel erhältlich.



Milou: Die Suche nach dem Ende der Welt (von Kathrin Wandres)


Inhalt:

»Wenn du Mut hast, dann folge mir. Auf der Suche nach dem Ende der Welt.«

Nur diese Worte und eine blaue Rose hinterlässt die kleine Milou ihrem Bruder Jake, bevor sie spurlos verschwindet. Und das lediglich wenige Monate, nachdem die Eltern der beiden bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen sind. Jake bricht zu einer sonderbaren Reise auf - durch alte Brunnenschächte in fremde Welten, dem Weg der blauen Rose folgend, im unbedingten Willen seine Schwester wiederzufinden. Dabei merkt er bald, dass es nicht Milous Suche ist, sondern seine eigene.



Kathrins Antworten zu meinen Fragen:

  1. Eines Tages hatte ich einfach den Titel im Kopf: "Die Suche nach dem Ende der Welt". Der Gedanke daran hat mich nicht mehr losgelassen. Ich habe sofort gewusst, dass es um ein kleines Mädchen geht, dass das Ende der Welt sucht. Und ich wusste sofort, dass es ein tiefgründiges Buch wird und dass die Geschichte an sich nur den Rahmen bildet, um ernstere Themen anzusprechen und für mich wichtige Wahrheiten zu vermitteln.

  2. Milou ist ein ganz spezielles Buch und lässt sich schwer in Kategorien einordnen. Der Schreibstil ist ungewöhnlich und ich wollte es genau so haben. Auch inhaltlich lässt es sich schwer nur einem Genre zuweisen. Das alles brachte mich zu dem Schluss, dass es im SP am besten aufgehoben wäre.

  3. Zunächst sind bei KDP Ebook und Taschenbuch erschienen und zusätzlich habe ich bei BoD das Hardcover zu Milou herausgebracht.

  4. Die größte Herausforderung war tatsächlich, es überhaupt fertig zu schreiben. Nicht weil mir die Idee für das Ende gefehlt hätte - nein, die hatte ich von Anfang an. Sondern weil es mir bei Milou so schwer fiel wie bei keinem anderen Buch, mich von dieser Geschichte zu trennen. Die nächste Herausforderung war der Buchsatz, den ich bei diesem Buch zum ersten Mal selbst gemacht habe. Ich habe unglaublich viel darüber gelesen, ganz viel ausprobiert und ausgedruckt, bis er so war, wie ich ihn haben wollte. Besonders schwer ist und bleibt aber das Marketing und bei Milou war es von allen Büchern am schwersten. Wie erreicht man potentielle Leser? Das ist sicher der Bereich, in dem ich noch am meisten dazu lernen muss.

  5. Ich habe mittlerweile ein ganz grandioses Team an meiner Seite: eine großartige Lektorin, treue Testleser, einen phänomenalen Cover-Designer und eine einzigartige Korrektorin. Diese Menschen sind mir so viel wert, die Arbeit mit ihnen klappt reibungslos. Ich liebe es, ein neues Cover in Auftrag zu geben - das ist sicher das spannendste - und meine Erwartungen wurden bisher jedes Mal übertroffen. Den Buchsatz selbst zu machen, macht mir total viel Spaß. Ich kann das Buch ganz nach meinen Vorstellungen gestalten und gerade bei Milou war mir das besonders wichtig. Außerdem mag ich es, dass ich den letzten Blick auf das Buch habe.

Bezugsquellen:

Auf Amazon und im Buchhandel erhältlich.



Odo (von Dayan Kodua)


Inhalt:

Als Odo eines Tages auf der Geburtstagsparty ihrer Freundin eine schwarze Puppe sieht, ist sie völlig begeistert. Sie kann an nichts anderes mehr denken, als eines Tages auch eine eigene schwarze Puppe in ihren Armen hin und her zu wiegen. Odo ist für ihren sehnlichsten Wunsch bereit, einen beschwerlichen aber auch lehrreichen Weg einzuschlagen. Das kleine Mädchen lernt auf ihrer Reise, an sich und ihre Träume zu glauben.



Dayans Antworten zu meinen Fragen:

  1. Ich fand es schon als Kind sehr schade, dass ich keine Bücher hatte, in denen ich mich als schwarzes Mädchen wiederfinden konnte. Und wenn, dann war die Figur mit Themen wie Hunger oder Krieg behaftet. Daher hatte ich schon sehr lange die Idee ein Kinderbuch zu schreiben. Ich war lange mit dieser Idee Odo „schwanger“, aber ich wusste nicht ganz recht wie ich es auf die Welt bringen könnte. Dann dachte ich an meine Kindheit, ich erinnerte mich wie wundervoll mein Leben in Ghana war. Und ich wünschte mir damals eine schwarze Puppe. Aber ich habe es niemanden verraten, da ich dachte, dass ich niemals eine bekommen würde. Ich wusste auch nicht so recht wo man solche Puppen bekommen konnte . Und gesehen hatte ich auch noch nie eine schwarze Puppe. Weiße Puppen kannte ich damals schon. Also wollte ich einfach über die Sehnsucht eines Kindes schreiben, das sich etwas Besonderes wünscht. Stellvertretend für alle Mädchen, die als Kinder einen besonderen Wunsch nicht erfüllt bekommen haben. Und wir haben alle Wünsche. Egal wo man lebt oder wo man auf die Welt gekommen ist. Und nach und nach war das Bild dann klar! Und so entstand „Odo“. Das war 2010. dann habe ich es lange liegen lassen, bis ich mich 2017/2018 aktiv mit der Unterstützung von Jando und Robby Krüger (Illustratorin) an die Arbeit gemacht habe. 2019 kam dann „Odo“ endlich heraus.

  2. 2014 habe ich ein Bildband Projekt ins Leben gerufen. „My Black Skin – Schwarz. Erfolgreich. Deutsch.“ Es war damals so schwierig einen Verlag dafür zu finden. Ich hatte u.a. Begründungen für Absagen, wie „dass es nicht einfach sei einen Bildband zu publizieren, in dem 25 Schwarze Menschen portraitiert sind“. Ich habe ein ganzes Jahr intensiv gesucht. Bis ich zum Schluss einen Verlag gefunden habe. Aber die kompletten Kosten musste ich dennoch übernehmen um das Buch zu lektorieren, das Layout gestalten zu lassen und es letztlich drucken zu lassen um es herauszubringen. Und die Werbetrommeln musste ich auch selbst schlagen. Und ich hatte mir nach dieser sehr lehrreichen Erfahrung versprochen, dass ich, wenn ich nochmal ein Buch-Projekt umsetzten sollte, ich von vorn herein alles alleine machen würde. Daher war es für mich ganz klar, dass ich "Odo" alleine rausbringen wollte. Ich wollte nicht hören warum es in Ghana, in einem Dorf spielt oder warum alle schwarz sein müssen. Ich wollte es einfach alles so machen wie ich es mir vorstellte. Wie aufwendig das in der Umsetzung inkl. der Verlagsgründung letztlich sein würde, wurde mir erst später klar!

  3. Ich habe ein Verlag gegründet: den „Gratitude Verlag“. Also habe ich auch alles im Alleingang gemacht. Lektorat gesucht und gefunden, Illustratorin gesucht und gefunden, Layout in Auftrag gegeben und zum Schluss, den Druck. Nebenbei habe ich verzweifelt bei Libri angeklopft um als Verlag gelistet zu werden. Bei Libri war allerdings „Aufnahme Stop“. B.O.D kam für mich nicht in Frage. Also blieb ich wie ein Kaugummi bei Libri kleben. Es hat glaube ich 8 Monaten gedauert, bis ich dann doch aufgenommen wurde. Damit hatte ich den ersten Vertriebsweg. Dafür bin ich immer noch total Dankbar. Als Odo dann erschienen ist, bin ich von einer Buchhandlung zur nächsten gelaufen und habe es dort präsentiert. Gottseidank wurden sofort Bücher abgenommen. Und ein paar Monate nach dem Release von Odo im November 2019, kam ich mit KNV in Kontakt, die auf mich aufmerksam geworden sind, und auch KNV hat dann meinen Verlag, „Gratitude Verlag“ gelistet.

  4. Die 3 größten Herausforderungen waren für mich erstens das Durchhaltevermögen das ich haben musste, um bei Libri nicht aufzugeben. Zweitens: Die Finanzielle Herausforderung. Wenn man als Unternehmerin ins kalte Wasser springt, ohne zu wissen was man da unter Wasser findet, das hat mir Angst gemacht. Denn ich musste erheblich in Vorleistung gehen. Alles selbst bezahlen. Und das machte mir zwischendurch sehr viel „Kopf-Stress“. Und Drittens: Für mich ist es jeden Tag eine neue Herausforderung wie ich Odo unter die Menschen bringe. Wie kann ich das Buch stetig noch bekannter machen !? Es ist ja nicht damit getan ein Buch zu schreiben und es auch herauszubringen. Die größte Frage war und ist für mich, wie vermarkte ich Odo?

  5. Ich mag es sehr, dass ich die komplette Kontrolle habe. Ich weiß genau wo welche Bücher hingehen. Ich habe persönliche Kontakt zu den Kunden. Ich bin jeden Tag aktiv und sehe sofort, wie das Buch angenommen wird, da ich das Feedback direkt bekomme. Und ich kann 100 % daran arbeiten wie ich es möchte, weil es mir gehört.

Bezugsquellen:

Im Handel und auf der Verlags-Website www.gratitudeverlag.de



Schattenmale (von Sabrina Milazzo)


Inhalt:

Die sechzehnjährige Lia, eine stolze Íasi mit lebensbringenden Fähigkeiten, möchte nichts mit den lebensraubenden Kräften der Siyí zu tun haben, denen ihr Vater einst zum Opfer gefallen ist. Seitdem folgt sie blind dem Hass ihrer Mutter und träumt davon, einmal in ihre Fußstapfen zu treten.

Im Rahmen eines Schulprojekts bekommt sie jedoch ausgerechnet den dubiosen Eli, einen Siyí, zur Seite gestellt. Am liebsten würde sie sich von ihm fernhalten, denn er verkörpert alles, was sie zutiefst verabscheut und fürchtet. Doch Lia muss sich ihren Vorurteilen stellen und merkt bald, dass die Grenzen von Gut und Böse nicht so eindeutig definiert sind wie sie dachte.



Sabrinas Antworten zu meinen Fragen:

  1. Schattenmale ist damals ganz unspektakulär im Rahmen eines Schreibwettbewerbs entstanden, bei dem drei Plotrichtungen vorgegeben waren. Die, für die ich mich entschieden habe, hieß: „Gegensätze ziehen sich an“. Beide Charaktere sollten dabei über übernatürliche Fähigkeiten verfügen, die zueinander im Gegensatz stehen. Nach einer kurzen Suche auf Pinterest habe ich gleich zwei Fotos gefunden, die meine beiden Charaktere Lia und Eli perfekt widerspiegeln, und dann hat sich der Plot nach und nach mit den Beiden in meinem Kopf zu einem großen Ganzen weiterentwickelt.

  2. Tja, beim Wettbewerb hat es damals nicht ganz gereicht, sonst wäre Schattenmale unter einem anderen Titel bei einem großen Verlag erschienen und vielleicht hätte das Abenteuer Selfpublishing dann niemals stattgefunden. Eine Verlagszusage hatte ich dann allerdings doch für das Buch in der Tasche, jedoch bei einem sehr kleinen Verlag, bei dem dann schon die E-Mail-Kommunikation so unfreundlich war, dass ich mir das sofort wieder aus dem Kopf geschlagen habe. Das Ding ist: Schattenmale war zu dem Zeitpunkt komplett fertig geschrieben und ich wollte einfach kein fertiges Manuskript in der Schublade verstauben lassen. Ich wusste: „Hey, du kannst es jetzt noch bei ein paar kleineren Verlagen probieren, oder die Sache ganz einfach selbst in die Hand nehmen.“ Immerhin bin ich Coverdesignerin und Setzerin. Zwei Riesenpunkte, über die ich mir keine Gedanken machen müsste, weil ich mich einfach selbst darum kümmern kann. Und so hat die Reise begonnen. :)

  3. Das Taschenbuch habe ich über BoD veröffentlicht und das E-Book bei KDP.

  4. Eine der größten Herausforderungen für mich war und ist immer wieder die E-Mail-Kommunikation mit meinem Selfpublishing-Dienstleister. Unter 2 bis 3 Wochen erhält man da keine Antwort, was ich in der Buchbranche, in der man (auch als SPler) oft schnell mal eine Antwort braucht, schon sehr schwach finde. Ansonsten empfinde ich einfach den ganzen Prozess, ein Buch professionell selbst herauszubringen, als eine richtig große Herausforderung an sich. Ich bin ein sehr organisierter Mensch und behalte da auch den Überblick, aber es kostet schon unglaublich viel Zeit, Nerven und Geduld, jeden Punkt der To-do-Liste abzuarbeiten, bis das Buch endlich erschienen ist.

  5. Ich mag zum einen natürlich die Tatsache, dass ich mich, bis aufs Lektorat und das Korrektorat, auf niemanden verlassen muss, außer auf mich selbst, was die ganze Sache unheimlich erleichtert. Zum anderen liebe ich es, dass ich das letzte Wort beim Titel, der Innen- und Außengestaltung und dem Veröffentlichungstermin habe und meine Einnahmen immer mit ein paar einfachen Klicks überprüfen kann. Wenn ich mich aber auf eine Sache festlegen müsste, dann wäre, neben dem Schreiben des Manuskripts, der Buchsatz mein Lieblingspart im gesamten Veröffentlichungsprozess. Ich mag es einfach, wenn das Lektorat und das Korrektorat durch sind, der Text dann seine Form bekommt und endlich wie ein richtiges Buch aussieht.

Bezugsquellen:

Im Handel und auf Amazon bestellbar.



Unter gläsernen Fassaden (von Sabrina Schuh)


Inhalt:

Ein verlorenes Buch.

Ein rätselhafter Code.

Ein Strudel der Gewalt.

Moritz’ Leben ist ein Albtraum. Häusliche Gewalt und Unterdrückung bestimmen seinen Alltag. Sein einziger Zufluchtsort: die Welt der Zahlen und Formeln. In dieser lebt auch die hochbegabte Josie, die dennoch ganz andere Problemen plagen. Die Essstörung ihrer besten Freundin und ein geheimnisvolles Tagebuch stellen ihr Leben auf den Kopf. Kann die Magie der Zahlen die beiden Jugendlichen retten oder verlieren sie alles? – Vielleicht sogar ihr Leben?



Sabrinas Antworten zu meinen Fragen:

  1. Ich greife in meinen Märchenadaptionen – wie alle Märchenspinnerei-Mitglieder – immer gesellschaftskritsche Themen auf und gerade häusliche Gewalt ist etwas, das in meinen Augen noch viel zu oft totgeschwiegen wird, daher wollte ich es gerne aufgreifen. Als sich dann noch Aschenputtel in meine Gedanken gedrängt und ein paar sehr spannende Verknüpfungen zu dieser Idee aufgezeigt hat, konnte ich mich dem Buch nicht mehr widersetzen und musste das Buch einfach schreiben.

  2. Gerade bei meinen drei gesellschaftskritischen Jugendbüchern, von denen auch "Unter gläsernen Fassaden" eines ist, stecken eine Menge Recherche und auch durchaus mal der eine oder andere unbequeme Denkansatz drin. Da ich hier auch keine Abstriche machen möchte, damit ein Buch mainstreamtauglicher wird, habe ich mich von vorherein dafür entschieden, diese Titel allesamt im Selfpublishing zu machen. Ich finde, das ich es als Autorin den Opfern einfach schuldig bin, ihre Themen möglichst korrekt darzustellen und dafür gehe ich keine Kompromisse ein – keine gute Ausgangsbasis, um mit einem Verlag zu arbeiten. Also habe ich alles selbst gemacht und bin damit sehr glücklich.

  3. Also allein habe ich es sicher nicht gemacht. Ich habe natürlich ein wundervolles Team hinter mir, die mir bei allem helfen, das über das Schreiben hinausgeht. Was wären wir Autoren schon ohne Lektor*innen, Korrektor*innen, Coverdesigner*innen, Illustrator*innen und Buchsetzer*innen? Ich jedenfalls wäre extrem aufgeschmissen und möchte hier einfach mal einen kurzen Dank an alle loswerden, die meinem Titel geholfen haben, das zu werden, was er jetzt ist. Aber zurück zu deiner Frage: Ich habe mit meinem Team das bestmögliche Buch erarbeitet und danach einen Auflagendruck über booksfactory gemacht. Diese Auflage wird nun von Nova MD vertrieben.

  4. Die größten Herasforderungen bei diesem Titel waren tatsächlich nur zwei, keine drei. Die erste ist immer die Recherche, denn gerade Täter und Opfer häuslicher Gewalt zu finden und mit ihnen zu sprechen, ist schwierig und auch nervenaufreibend, weil einen das ja selbst auch nicht kalt wird. Außerdem brauchte ich diesmal einen Programmierer, der mir mir meinen Code, den ich mir ausgedacht habe, in ein Programm gesetzt hat, dass Texte sowohl ver- als auch entschlüsseln konnte. Die andere Herausforderung ist eine typische, die bei diesem Preis viele Titel überschatten dürfte, nämlich der Lockdown. Mein Buch kam am 6.3. raus, hätte in Leipzig und im Frühjahr seinen großen Marketingschwerpunkt gehabt und ist wie so viele andere Titel um diese Zeit, einfach aufgrund der Pandemie untergegangen. Das ist selbstverständlich auch total okay gewesen, denn natürlich war alles andere zurecht wichtiger, aber natürlich würde ich mir trotzdem wünschen, wenn das Buch jetzt einen zweiten Frühling erleben darf, der eigentlich sein erster wäre.

  5. Das ist eine einfache Frage, da ich ein kleine Kontrollfreak bin und am liebsten alles selbst entscheide. Ich denke mir für jedes Buch besondere Sachen aus, recherchiere unheimlich viel, plane Innen- und Außengestaltung sehr penibel, treibe regelmäßig mein Team in den Wahnsinn und bin nur glücklich, wenn das Buch am Ende genau so ist, wie es vorher in menem Kopf war. Bei einem Verlag muss man immer Abstriche machen, bei Selfüublishingprojekten entscheiden letztlich nur die zeitlichen und finanziellen Limits, die man hat, darüber, was möglich ist – und mehr Grenzen müssen es nicht unbedingt sein für mich.

Bezugsquellen:

Im Handel und auf Amazon erhältlich.

Vielen Dank an die Nominierten für ihre ausführlichen Antworten.

Ich drücke euch die Daumen und gratuliere jedenfalls zu dem bereits Erreichten!


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