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  • Nora

Selfpublihsing Basics: Was brauchst du zur Veröffentlichung deines Buches? (IBSN und VLB)


Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass es oft die banalsten Dinge sind, die für viele nach wie vor Fragen aufwerfen. Deshalb habe ich beschlossen, ganz von vorne zu beginnen. Sollte noch etwas unklar bleiben, schreib mir! Ich ergänze es dann gerne in meinen Blog-Post!


Hier geht es zur Podcast-Folge >>


Also, was braucht es nun, um zu Veröffentlichen?



Die Basics


Man beginnt mit einem Manuskript (also dem Text), den man ggf. – je nach Talent – selbst illustriert oder illustrieren lässt. Dann wird das Ganze gesetzt, also in ein Layout gebracht. In weiterer Folge kann man dann das Buch entweder gedruckt oder auch als eBook veröffentlichen.


Nun reicht es prinzipiell, das Buch einfach drucken zu lassen bzw. zu erstellen und selbst zu verkaufen – z.B. über einen eigenen Online-Shop oder via Verkaufsplattformen wie Etsy oder Ebay. Damit ist das Buch tatsächlich veröffentlicht. Wenn du bereits eine Community hast, die das Buch kaufen möchte, oder du sonst wie breit kommunizierst, könntest damit alleine ausreichend potenzielle Käufer erreichen. Das trifft allerdings zum einen auf die Wenigsten von uns zu, zum anderen würdest trotzdem bald mit der Frage nach möglichen anderen Bestellwegen konfrontiert werden: "Wieso kann ich das Buch nicht über Amazon / meine Buchhandlung um die Ecke / Thalia ... bestellen?"


Es macht also Sinn, einen Weg zu wählen, bei dem du ein breites Publikum erreichen kannst und du gleichzeitig die für Buchverkäufe meistgenutzten Vertriebskanäle bedienst – das sind in der Online-Welt v.a. Amazon und in der analogen Welt die Buchhandlungen (sie machen rund die Hälfte der Buchumsätze im deutschsprachigen Markt aus).



Und wie kommst du nun zu diesen Vertriebswegen?


Sobald du dich in die professionelle Welt der Bücher begeben möchtest, benötigst du zwei wesentliche Dinge:

  1. eine ISBN (Internationale Standard-Buch-Nummer)

  2. einen Eintrag im VLB (Verzeichnis Lieferbarer Bücher) – es sei denn, du willst nur bei Amazon





Die ISBN (Internationale Standard-Buch-Nummer)


Die ISBN wurde in den 1970ern eingeführt und ist mittlerweile in 160 Ländern der Standard.


Die Nummer kennzeichnet jede monografische Veröffentlichung individuell, und zwar jede einzelne Ausführung davon. Das bedeutet konkret: Veröffentlichst du dein Buch auf mehr als nur eine Art und Weise, ist jeweils eine eigene Nummer für jede Ausführung erforderlich. Der Sinn dahinter ist, dass der Handel oder auch der Konsument diese Ausführungen zweifelsfrei unterscheiden kann, um dann die Richtige zu bestellen.


Beispiel: Ein Hardcover und ein Taschenbuch desselben Titels haben nicht dieselbe ISBN, weil der Umschlag und wahrscheinlich auch der Preis sich unterscheiden.


Eine ISBN besteht aus 13 Ziffern und enthält u.A. Informationen zum Ursprungsland des Werkes und zum Verlag.


Beispiel:

978-3-903307-02-5

KLIMT - The Golden Painter, eBook, ePub


  • 978: die ersten drei Zahlen sind von GS1 fixiert (entweder 978 oder 979)

  • 3: die Gruppennummer, die aufzeigt, aus welchem Land oder welcher Region das Werk stammt bzw. wo der Sitz des Verlegers ist (eine bis fünf Ziffern). 3 ist der deutschsprachige Raum (also sowohl Deutschland als auch Österreich).

  • 903307: die Verleger-Nummer mit bis zu sieben Ziffern. Wobei zu sagen ist, dass man als Verlag auch mehrere haben kann, da es davon abhängt, wieviele ISBN man auf einmal bestellt.

  • 02: das Veröffentlichungselement, das die Titel eines Verlages durchnummeriert. Ich hatte damals 100 ISBN auf einmal gekauft, und das war die zweite Nummer in meiner Liste (unter dieser Verlagsnummer), die von 00 bis 99 geht. Diese Nummer kann aber bis zu 6 Stellen haben (von 000000 bis 999999).

  • 5: eine einstellige Prüfziffer.


Eine weitere ISBN zu diesem Titel wäre beispielsweise:

978-3-903307-00-1

KLIMT - The Golden Painter, Printausgabe, Hardcover


Tatsächlich ist es so, dass du erst mit einer ISBN für die Buchwelt sichtbar und auffindbar wirst.

Diese wird auch als Barcode (EAN) auf der Rückseite des Buches abgebildet, sowie im Impressum genannt.


Woher du eine ISBN bekommst, siehst du unten in den weiterführenden Links.



Das VLB (Verzeichnis Lieferbarer Bücher)


Das ist ein riesiges Online-Titelverzeichnis, auf den alle Marktbeteiligten zugreifen (Buchhandel, Auslieferungen, Großhandel, Büchereien, teilweise Journalisten usw.).


Dort kannst du – selbst oder über einen Dienstleister – alle Informationen zu deinem Titel eintragen. Im Grunde stellt es die Gesamtauswahl dar, aus der der Buchhandel bestellt und ist gleichzeitig dessen Suchmaschine. Das VLB wird täglich aktualisiert.



Was hat es für einen Vorteil, eine ISBN und einen Eintrag im VLB zu haben?


Nun, konkret gesagt: Ohne die beiden kannst du nicht über den Handel vertrieben werden. Selbst wenn du nur über Amazon KDP (Kindle Direct Publishing) veröffentlichst, so erhältst du von der Plattform eine ISBN zugeteilt (dort heißt sie ASIN: Amazon Standard Identification Number). Einen Eintrag ins VLB erhältst du dann nicht, weil der Fokus von Amazon ja auf dem Vertrieb über die eigene Plattform liegt. Es ist im Grunde von denen ja gar nicht gewünscht, dass du auch woanders bestellbar bist.


Wenn du eben den restlichen Buchhandel on- und offline ansprechen möchtest, und dein Buch dort vertreiben willst, so benötigst du den Eintrag im VLB.


Ich höre jetzt schon den einen oder anderen einwenden, dass sie sehr wohl Bücher im Handel auch ohne Eintrag im VLB vertreiben konnten. Dazu lautet meine Gegenfrage: Wieviele Stück wurden verkauft – und noch viel wichtiger – in wie vielen Buchhandlungen ist das gelungen? Ich spreche hier von der Masse im deutschsprachigen Raum, und nicht von einzelnen Filialen.



Aus Rechten resultieren Pflichten: die Ablieferung der Pflichtexemplare


Sobald du ein Buch veröffentlichst, musst du sogenannte Pflichtexemplare bei deiner jeweiligen Nationalbibliothek abliefern und zusätzlich meist noch an eine Landesbibliothek.


Diese Pflichtexemplare sind gesetzlich verankert und werden von allen Autoren gesammelt, die ihren Wohnsitz im jeweiligen Land haben. Das heisst auch, dass die Sprache des Titels, der Vertriebsort oder der Sitz des Distributors dabei keine Rolle spielen.

In Deutschland ist meiner Kenntnis nach so, dass man auch alle Titel abliefern muss, die dort vertrieben werden, auch wenn es ausländische sind. Das bedeutet, dass österreichische Autoren und Verlage auch an die DNB abliefern.


Die Ablieferung der Exemplare erfolgt im jeweiligen Format, in dem du deinen Titel anbietest: Als eBook, falls du nur elektronisch veröffentlichst, als gedruckte Version falls du eine Druckausgabe oder einen PoD-Titel (Print-on-Demand) vertreibst.

Genau genommen müsstest du einen PoD-Titel erst ab 25 verkaufte gedruckte Stück als Print abliefern, aber ich denke, diese Zahl ist so niedrig, dass man sie vernachlässigen kann...

In der Praxis ist es so, dass die Nationalbibliothek durch den Eintrag im VLB auf dich aufmerksam wird, und die Ablieferung auch nach einigen Wochen einfordern wird, falls sie nicht automatisch geschieht. Ich persönlich liefere alles gleich zum Veröffentlichungstermin ab, dann muss ich später nichts bedenken.


Für mehr Details zur Pflichtablieferung siehe die weiterführenden Links.



Diese Punkte solltest du bereits bei der Planung deines Buch-Projektes berücksichtigen


Solltest du dein Buch nicht komplett eigenständig herausbringen, sondern über einen Self-Publishing-Dienstleister wie BoD, epubli , neobooks u.Ä., dann werden dir ISBN zur Verfügung gestellt sowie auf Wunsch VLB Eintrag und Ablieferung für dich erledigt (bzw. es ist ohnedies in den jeweiligen Angebotspaketen enthalten – bitte überprüfe dies im Detail). Auch die Auslieferung Nova MD bietet dieses Service.


Aber Achtung! Die ISBN gehört dem Dienstleister – solltest du nicht mehr mit ihm zusammenarbeiten wollen, so musst du dich um eine neue kümmern. Hast du die ISBN auf Bücher aufdrucken lassen, so kannst du diese Exemplare nicht mehr vertreiben.



Fazit:


Das eigentliche Publizieren ist also weder besonders kompliziert, noch besonders teuer. Wesentlich ist, dass du diese Punkt in deiner Planung berücksichtigst: Zu allererst solltest du entscheiden, wie breit du verfügbar sein (d.h. entscheiden, ob du überhaupt in den Buchhandel willst), danach wie du Publizieren willst – eigenständig oder über einen Dienstleister. Daraus ergibt sich, was du selbst noch an Todos zu erledigen hast, oder ob du alles delegieren kannst.



Weiterführende Links:


Du kannst dir den Beitrag auch als Podcast anhören >>



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