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  • Nora

The Art of the Start – Mit einer Idee starten

Aktualisiert: Juni 25


Wann und wie beginnt man eigentlich, ein Kinderbuch zu schreiben?


Nun, vielleicht hast du schon mitbekommen, dass – zumindest bei mir – nichts ohne Plan läuft 😁. Aber generell glaube ich nicht, dass es viele Autoren gibt, die sich einfach an den Computer setzen und drauflos schreiben.

Es schadet also nicht, zumindest einmal die wichtigsten Etappen auf dem Weg zum fertigen Buch zu kennen.


Die Meilensteine deines Buch-Projektes sind:


  1. Eine Idee haben

  2. Den Inhalt gestalten: Die Ausarbeitung der Geschichte und deren Verlaufs (Plot) sowie der handelnden Personen (Protagonisten)

  3. Das Buch schreiben

  4. Falls vorhanden – Illustrationen oder sonstige Bebilderung erstellen (lassen)

  5. Das Buch in Form bringen: Hierzu gehört Lektorat bzw. Korrektorat, sowie die grafische Gestaltung des Buches (Satz und Umschlag)

  6. Veröffentlichen

Klingt machbar, oder? Genau, ist es auch!


Und damit das Ganze auch weiterhin so bleibt, werden ich das in den nächsten Wochen in einzelne, gut verdauliche, Happen aufteilen – und zu jedem dieser Meilensteine 🚴‍♂️einen Blog-Post verfassen. Heute ist der erste Punkt dran – „eine Idee finden“ 💡.

Wenn du lieber zuhörst, als zu lesen, dann hör dir dazu meine Podcast Folge #2 an. Hier kannst du reinhören >>


Exkurs: Bei Kinderbüchern ist es enorm wichtig, dass du weisst, für welche Altersgruppe 👶🧒🏽👩🏻‍🦰 du schreibst. Es gibt also zwei Möglichkeiten: a) Du hast schon ein Bild deines zukünftigen Lesers im Kopf, bevor du mit der Ideen-Suche beginnst und grenzt so die Inhalte ein. Oder b) du lässt deiner Kreativität freien lauf und überlegst anschließend – anhand deiner Idee – für wen die Geschichte geeignet sein könnte.
Tipp: Nächste Woche stelle ich einen Blog-Artikel online, der dir einen Überblick über die Altersstufen bei Kinderbüchern gibt, und dir aufzeigt, wie sich das in Textlänge, Sprache, Gestaltung usw. auswirkt.


Eine Idee für ein Kinderbuch finden

Mein Ziel für den heutigen Blog-Beitrag ist, dass ich dir dabei helfe, ein Thema für dein Kinderbuch zu finden – sofern du noch keines hast (falls doch, dann kannst du diese Tipps nutzen, um deine Story weiterzuentwickeln).



Ich habe versucht, ein paar ganz konkrete Ansatzpunkte zu schaffen. Hier sind meine Vorschläge:

1. Fange bei dir und/oder deinem Kind an

Hol dir Bleistift und Papier 📝 (noch besser ein Notizbuch oder -block) und schreibe auf, was dir zu folgenden Fragen einfällt:


- Welche Themen interessieren dich und/oder dein Kind? Bist du in einem bestimmten Thema ExpertIn?

- Was liest du bzw. dein Kind gerne?

- Welche Themen beschäftigen dein Kind im Alltag? Was hat dich als Kind beschäftigt?

- Welche Aufgaben, Herausforderungen und Konflikte muss dein Kind bewältigen?

- Welche Träume haben dein Kind und/oder du?

- Welche Filme gefallen deinem Kind und/oder dir besonders gut?

- Welche tolle Geschichte hast du als Kind erlebt?


Spricht dich ein Thema besonders an, kannst du an diesem weiterarbeiten. ✅


2. Inspiration vom bestehendem Angebot:

Inspiration findest du natürlich auch in der Buchhandlung: Schau dir an, welche Titel dich ansprechen und deine Fantasie beflügeln. Wenn du wissen willst, welche Themen sich am besten verkaufen, dann wirf einen Blick in die Amazon Bestseller-Liste. Daraus kannst du ablesen, welches Potenzial 💰 ein Thema hat.


Ich persönlich würde mich – v.a. beim ersten Buch – in erster Linie nach deinen eigenen Neigungen orientieren. Das Schreiben geht einem einfach leichter von der Hand, wenn man über Etwas schreibt, dass dem persönlichen Geschmack entspricht. Ich würde mich fürs Erste nicht zu sehr von potenziellen Umsatzzahlen (ver)leiten lassen.

*** Ein Tipp der Buchhandlung Kunterbuch zum Thema "Idee" ***


Für uns Kunterbücher startet die Ideenfindung schon bei der kontinuierlichen Marktbeobachtung, d.h. regelmäßigen Buchhandlungsbesuchen.

Dabei findet man nicht nur den Input für eine Idee, sondern sieht auch gleich, mit welchen Themen der Markt schon gesättigt ist.

👉🏻 Passender Buchtipp:

Was macht man mit einer Idee?

von Yamada Kobi und Besom Mae

erschienen im Adrian Verlag

€13,40

Eine Geschichte von einer Idee und dem Kind, das hilft diese in die Welt zu bringen.


Natürlich kannst du ergänzend auch Amazon nutzen, um Themen zu durchforsten. Dort findest du auch fremdsprachige oder ältere Titel, die nicht mehr verfügbar sind.



3. Lies (erfolgreiche) Kinderbücher 📚

Versuch herauszufinden, was die Grundidee ist, und was sie so interessant macht. Was haben diese Bücher gemein?

Bei Kinderbüchern ist die Hauptfigur (Protagonist) besonders wichtig, da sie zur Identifikation dient. Du solltest also über sie besonders intensiv nachdenken. Sie sollte eine markante Erscheinung besitzen – physisch wie charakterlich. Überlege dir, welche Ängste und Sorgen bzw. Träume und Sehnsüchte deine Figur haben könnte. Wichtig ist, dass du dich hierbei in deine Zielgruppe hineinversetzt, und nicht aus der Perspektive des Erwachsenen schreibst.

4. Spontane Inspiration im Alltag

Es muss nicht unbedingt das berühmte schwarze Notizbüchlein 📓 sein, es kann auch eine Notizen-App (Evernote oder Notes) oder auch ein Sprach-Memo sein. Achte darauf, dass du es immer bei dir hast, und du deine Ideen immer am selben Ort notierst – keine Zettel, die verloren gehen können.


Steven King sagt, dass man gute Ideen nicht vergisst, weshalb es auch nichts zu notieren gibt, aber wer so ein Gedächtnis hat wie ich, der schreibt jeden verdammten Gedanken auf.

Auch Cornelia Funke empfiehlt das: 😁


5. Inspiration durch Bildwelten

Einen Tipp, der geklaut ist (aber leider weiss ich nicht mehr, von wem): Wenn du ein visueller Typ bist, dann probiere doch, Begriffe auf Pinterest zu suchen. Die Ergebnisse kann man dann super als Inspiration nutzen – oder direkt daraus ein Moodboard* basteln. Praktisch: Das kannst du dann auch gleich als Basis für die Illustrationen nutzen.

Wer zufällig das Brettspiel Dixit zuhause hat (tolles Spiel!), kann auch damit arbeiten: Die Bildkarten kann man genauso als Inspirationsquelle nutzen.

*Moodboard – übersetzt Stimmungstafel: eine Collage aus Bildern und Elementen, die eine Stimmung, Bildwelt oder eine Idee visualisiert. 📌

6. Noras 300 Kinderbuch-Ideen

Die vorherigen Punkte bieten dir schon ein riesiges Potenzial an Ideen, aber wenn du noch ganz am Anfang stehst, und du Angst hast, dich zu verlieren, habe ich noch etwas für dich:


Ich habe eine Liste mit 300 Kinderbuch-Themen für dich ausgearbeitet 💪🏻. Mit der zugehörigen Anleitung kannst du den Nutzen sogar noch vervielfältigen und Kombinationen zusammenstellen – so steigerst du deine Kreativität sogar noch 🏆



Hier geht's zur Liste >>


So, jetzt hast du gar keine Ausrede mehr!


Einen letzten Tipp habe ich aber doch noch für dich: Wenn du ein paar Ideen gefunden hast, die du für vielversprechend hältst, dann kannst du sie anhand der folgenden drei Fragen bewerten bzw. reihen.


Checkliste: Nach der Ideenfindung ☑️

  • Was motiviert dich, diese Geschichte zu erzählen?

Deine Idee sollte dich wirklich motivieren, dir geradezu unter den Fingern brennen – das steigert die Wahrscheinlichkeit, dass du das Projekt zu Ende führst.

  • Ist dieses Thema für die Zielgruppe nachvollziehbar und relevant?

Wenn du sichergehen möchtest, dass deine Idee für die Altersgruppe interessant ist, dann frag die Kinder doch einfach!

  • Ist die Idee einzigartig und vermarktbar?

Es ist unwahrscheinlich, dass deine Idee komplett neu ist. Das macht aber nichts, denn es kommt in erster Linie darauf an, wie einzigartig du sie umsetzt. Und vermarktbar ist in aus meiner Sicht in erster Linie deine Professionalität. Mit guter Vorbereitung und einem toll ausgearbeitetem Konzept, brauchst du dich vor Marketing und Vertrieb nicht verstecken.



Fazit


Zu beschließen, ein Kinderbuch zu schreiben, eine Idee zu finden oder sich die Geschichte einmal grob auszudenken, ist recht einfach und spaßig.

Die Herausforderung liegt eher in den darauffolgenden Etappen der Buchentstehung: von der Ausarbeitung der Geschichte, der Schreibtätigkeit bis hin zur Veröffentlichung. 🧗🏻‍♀️


Damit bist du aber nicht alleine: Ich werde diese Punkte in den nächsten Wochen in meinem Podcast und meinem Blog Schritt für Schritt durchgehen.

Mit der Ideensuche für dein Projekt kannst du aber gleich heute beginnen!


Buchtipp: Das "Handbuch für Kinder- und Jugendbuchautoren" gibt einen tollen ersten Überblick – hat mir damals sehr geholfen! (Unbezahlte Werbung / Persönliche Empfehlung)



Hier noch die dazugehörig Podcast-Folge:


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